Zum Hauptinhalt springen
Norm / Standard

AS13001

Delegated Product Release Verification Training Requirements

Definition

Aerospace-Standard, der Anforderungen an Schulung und Qualifikation von Personal definiert, das eigenverantwortlich Produkte zur Auslieferung freigibt (Delegated Product Release). Pflichtbestandteil in Lieferantenketten der zivilen Luftfahrt mit Lieferanten-Selbstfreigabe-Vereinbarungen. Verhindert, dass kritische Freigabeentscheidungen ohne nachgewiesene Kompetenz erfolgen.

In der Praxis

Die delegierte Produktfreigabe ist der Punkt, an dem der OEM Ihnen seine Unterschrift anvertraut — und genau das wird im Alltag unterschätzt. Drei Fehler sehe ich regelmäßig. Erstens wird DPRV als Firmenzertifikat missverstanden: Die Qualifikation nach AS13001 ist personenbezogen — wechselt der Freigabemitarbeiter, ist die Delegation faktisch unbesetzt, bis der Nachfolger geschult ist. Zweitens wird der Delegationsumfang nicht gepflegt: Das Personal gibt Teile frei, die nicht im delegierten Scope stehen, und merkt es erst beim Kundenaudit. Drittens wird die Schulung als Einmalereignis behandelt — ohne Requalifizierung und ohne laufende Überwachung der delegierten Tätigkeit, die der Kunde erwartet. Abgrenzung: AS13001 regelt die Ausbildung des Personals, AS9117 den DPRV-Prozess selbst, und EN 9100 verlangt die definierte und registrierte Delegation. Wer eine Selbstfreigabe-Vereinbarung unterschreibt, sollte wissen: Nach einem Quality Escape ist die Delegation schneller entzogen, als sie aufgebaut war.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen zu AS13001

Was ist der Unterschied zwischen AS13001, AS9117 und der Delegationspflicht aus EN 9100?

Die drei greifen ineinander, regeln aber Verschiedenes. EN 9100 verlangt als Managementsystem-Norm, dass delegierte Verifizierungstätigkeiten in Umfang und Anforderungen definiert, in einem Register geführt und regelmäßig überwacht werden — das ist die Systempflicht Ihres QMS. AS9117 beschreibt den DPRV-Prozess selbst: welche Prüfungen bei der delegierten Freigabe durchzuführen sind, von der Auftragsprüfung über die Dokumentenprüfung bis zur physischen Produktverifizierung. AS13001 schließlich ist der Schulungsstandard: Er definiert, welche Ausbildung und Qualifikation das Personal nachweisen muss, das diese Freigaben eigenverantwortlich vornimmt. Praktisch: Ohne AS13001-qualifizierte Personen keine funktionierende DPRV-Vereinbarung — und ohne Registerführung keine Auditfestigkeit.

Wo ist die Delegation von Verifizierungstätigkeiten an den Lieferanten normativ gefordert?

In der EN 9100:2018, Abschnitt 8.4.2 zur Art und zum Umfang der Steuerung extern bereitgestellter Prozesse, Produkte und Dienstleistungen. Dort steht die Kernlogik: Wenn die Organisation Verifizierungstätigkeiten an den externen Anbieter delegiert, müssen die Anforderungen und der Umfang der Delegation festgelegt und ein Delegationsregister geführt werden; die delegierten Tätigkeiten sind regelmäßig zu überwachen. Die Audit-Seite prüft das über die EN 9101, die den Stand des Delegationsregisters explizit abfragt. Für Sie als Lieferant heißt das: Die Delegation ist kein Vertrauensbonus, sondern ein gelenkter Prozess mit dokumentierten Grenzen. Fehlt das Register oder ist der Umfang unklar, ist das eine Feststellung — und bei einem Quality Escape ein schwerwiegender (EN 9100:2018, Abschnitt 8.4.2).

Wie bauen wir ein DPRV-Programm auf, das dem Kundenaudit standhält?

Beginnen Sie mit der schriftlichen Delegationsvereinbarung: Sie muss Teilenummern, Verifizierungstiefe und Dokumentationspflichten eindeutig abgrenzen — alles, was nicht drinsteht, ist nicht delegiert. Zweitens das Personal: Wählen Sie erfahrene Prüfer, lassen Sie sie nach AS13001 schulen und planen Sie von Anfang an Ersatzpersonen ein, sonst hängt Ihre Lieferfähigkeit an einer Person. Drittens das Register: Führen Sie die Liste der Delegationen und der berechtigten Personen als gelenktes Dokument, mit Gültigkeit und Requalifizierungsterminen. Viertens die Überwachung: Werten Sie Escapes und Beanstandungen der delegierten Freigabe als eigenen Kennzahlenstrom aus — der Kunde tut das auch. Und fünftens: Üben Sie den Ernstfall. Wer freigibt, muss wissen, wie eine Nichtkonformität im delegierten Zustand gemeldet und gesperrt wird, bevor das erste Mal darüber entschieden werden muss (SAE AS13001).

AS13001 in der Anwendung? Norminator hilft.

Das Glossar erklärt den Begriff. Norminator liefert die Umsetzung — von der Anforderung bis zum fertigen Dokument.

Norminator Support
Fragen zu Norminator? Frag mich.
Willkommen! Ich bin der Norminator Support-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?