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Methode / Werkzeug

Audit

Definition

Systematische, dokumentierte Prüfung der Konformität eines Managementsystems mit definierten Kriterien. Drei Arten: 1st-Party (intern), 2nd-Party (Kunde beim Lieferanten), 3rd-Party (Zertifizierungsstelle). Auditoren bewerten anhand objektiver Nachweise und vergeben Befunde (Hauptabweichung, Nebenabweichung, Hinweis, positive Feststellung).

In der Praxis

Die Qualität eines Audits entscheidet sich vor dem Termin: Ohne aktuelle Normfassung, Prozesskenntnis und einen realistischen Auditplan wird die Prüfung zur Checklisten-Abfrage statt zur Systembewertung. Interne Audits verlangt ISO 9001 in Kapitel 9.2 in geplanten Abständen — im IATF-Umfeld müssen zusätzlich alle Prozesse innerhalb eines Dreijahreszyklus auditiert werden (Kapitel 9.2.2.2). Befundklassen wie Haupt- und Nebenabweichung steuern die Eskalation: Eine Hauptabweichung im Zertifizierungsaudit gefährdet die Zertifikatserteilung und muss vor Erteilung wirksam abgestellt sein. In der Praxis liegt der Hebel nach dem Audit: Wer Befunde nur abarbeitet, statt ihre Ursachen im System zu schließen, sieht sie im nächsten Jahr wieder.

Häufige Fragen zu Audit

Was ist der Unterschied zwischen internem Audit und Zertifizierungsaudit?

Das interne Audit (1st Party) führt die Organisation selbst durch, um ihr Managementsystem zu prüfen und Verbesserungspotenziale zu finden. Das Zertifizierungsaudit (3rd Party) wird von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle durchgeführt und entscheidet über die Erteilung und den Erhalt des Zertifikats. Dazwischen liegt das Lieferantenaudit (2nd Party), mit dem Kunden ihre Lieferanten bewerten.

Wie oft muss ein internes Audit durchgeführt werden?

ISO 9001 fordert interne Audits in geplanten Abständen (Kapitel 9.2), ohne ein fixes Intervall vorzugeben — die Häufigkeit richtet sich nach Bedeutung der Prozesse und früheren Auditergebnissen. Strenger ist die IATF 16949: Sie verlangt, dass alle Prozesse des Qualitätsmanagementsystems innerhalb eines Dreijahreszyklus auditiert werden (Kapitel 9.2.2.2).

Was passiert bei einer Hauptabweichung im Audit?

Eine Hauptabweichung liegt vor, wenn eine Normforderung gravierend oder systemisch nicht erfüllt ist. Im Zertifizierungsaudit muss sie vor der Zertifikatserteilung durch wirksame Korrekturmaßnahmen abgestellt werden — andernfalls wird das Zertifikat nicht erteilt oder ein bestehendes gefährdet. Im internen Audit hat sie höchste Priorität bei der Maßnahmenplanung.

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