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Methode / Werkzeug

DMADV

Define, Measure, Analyze, Design, Verify

Definition

Six-Sigma-Methode für Neuentwicklungen, ergänzend zu DMAIC (Verbesserung bestehender Prozesse). Define: Projektziele aus Voice of Customer ableiten. Measure: CTQs quantifizieren. Analyze: Designoptionen bewerten. Design: detailliertes Konzept entwickeln. Verify: Pilotierung und Validierung vor Rollout. Identisch mit Design for Six Sigma (DFSS). Anwendung bei Produkt- und Prozessneuentwicklungen mit hohen Qualitätsanforderungen.

In der Praxis

DMADV-Projekte scheitern selten in der Mitte — sie scheitern an den Enden. Vorne, in der Define- und Measure-Phase: Die Voice of Customer wird behauptet statt erhoben. Dann stehen im Lastenheft CTQs wie „hohe Qualität" oder „robuste Bauweise", die niemand messen kann, und das gesamte Projekt baut auf Nebel. Investieren Sie hier die Zeit: Kundenanforderungen konkretisieren, quantifizieren, mit dem Kunden gegenprüfen. Hinten, in der Verify-Phase: Der Termindruck frisst die Pilotierung. Das Design wird nach dem ersten Prototyp für freigegeben erklärt, die Prozessfähigkeit unter Serienbedingungen nie nachgewiesen — und die Reklamationen kommen dann im Feld statt im Versuch. Genau dafür ist Verify da: Pilotlauf, Fähigkeitsnachweis, Validierung der Annahmen aus der Analyze-Phase. Dritter Dauerbrenner: Die Gate-Reviews zwischen den Phasen werden zur Formalität. Wenn jedes Gate ohnehin passiert wird, brauchen Sie keine Gates — sondern ehrliche Freigaben mit Kriterien.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen zu DMADV

Ist DMADV dasselbe wie DFSS?

Ja, im Kern schon — die Begriffe beschreiben dasselbe Vorgehen aus zwei Blickwinkeln. DFSS (Design for Six Sigma) ist das übergeordnete Konzept: ein Produkt oder Prozess soll von Anfang an so gestaltet werden, dass es Six-Sigma-Qualitätsniveau erreichen kann. DMADV ist der Phasenfahrplan, mit dem dieses Konzept abgearbeitet wird: Define (Ziele und Kundenanforderungen), Measure (kritische Merkmale quantifizieren), Analyze (Designoptionen bewerten), Design (Detailausarbeitung), Verify (Pilotierung und Validierung). Manche Organisationen nutzen alternativ das IDOV-Gerüst — Identify, Design, Optimize, Validate — das denselben Gedanken mit vier Phasen abbildet. Praktisch heißt das: Wer von DFSS spricht, meint das Ziel und die Werkzeugwelt; wer von DMADV spricht, meint den Projektablauf. Für die Projektplanung arbeiten Sie mit DMADV, für die strategische Einordnung mit DFSS.

Schreibt eine Norm den DMADV-Ablauf für Neuentwicklungen vor?

Nein — DMADV stammt aus der Six-Sigma-Methodik, nicht aus einer Norm. Was die Normen fordern, ist die dahinterstehende Haltung: Die IATF 16949 verlangt für den Entwicklungsprozess ausdrücklich die Ausrichtung auf Fehlervermeidung statt Fehlerentdeckung und fordert, dass dieser Prozess dokumentiert ist. DMADV ist ein zulässiger und belastbarer Weg, diese Forderung zu erfüllen, weil er Verifizierung und Validierung als eigene Phase mit Freigabekriterium verankert, statt sie dem Zufall zu überlassen. Im Automotive-Umfeld liegt die näherliegende Struktur allerdings im APQP: Wer nach AIAG-VDA-Logik plant, kann DMADV als methodische Vertiefung in die Entwicklungsphasen einbetten, statt ein zweites Phasenmodell parallel zu fahren. Im Audit zählt nicht das Akronym, sondern die Kette aus Anforderung, Risikoanalyse, Designentscheidung und Fähigkeitsnachweis (IATF 16949:2016, Abschnitt 8.3.1.1).

Wie stellen wir sicher, dass die Verify-Phase nicht dem Termindruck zum Opfer fällt?

Machen Sie Verify zu einer harten Freigabebedingung, nicht zu einer Projektphase, die man streichen kann. Definieren Sie schon in der Define-Phase, welche Nachweise am Ende stehen müssen: typischerweise Prozessfähigkeitswerte unter Serienbedingungen, bestandene Validierung gegen die CTQs und ein abgenommener Pilotlauf mit dokumentierter Stückzahl. Verankern Sie diese Kriterien im Projektplan als Gate mit benannter Freigabeinstanz — die Geschäftsführung oder der Kunde, nicht das Projektteam selbst. Planen Sie die Pilotierung zeitlich realistisch: Wer sechs Wochen Versuchslauf braucht, darf im Plan keine zwei vorsehen. Nutzen Sie für die Bewertung der Designoptionen in der Analyze-Phase bereits die späteren Verify-Kriterien — dann bauen Sie keine Option aus, die Sie nicht nachweisen können. Und dokumentieren Sie Abweichungen ehrlich: Eine Freigabe mit offenen Punkten und Auflagen ist legitim, eine verschwiegene Lücke ist es nicht.

DMADV in der Anwendung? Norminator hilft.

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