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Methode / Werkzeug

VDA

Verband der Automobilindustrie

Definition

Deutscher Branchenverband, der zentrale Standards für die Automotive-Qualitätssicherung herausgibt. Zentrale VDA-Bände: VDA 6.3 (Prozessaudit), VDA 6.5 (Produktaudit), VDA 2 (Sicherung der Qualität von Lieferungen), VDA-MLA (Maturity Level Assurance). VDA-Anforderungen ergänzen IATF 16949 in der deutschen OEM-Lieferkette.

In der Praxis

Dem VDA begegnen Sie als Zulieferer nicht auf dem Verbandstag, sondern im Audit- und Bemusterungsalltag: VDA 6.3 beim Prozessaudit, VDA 6.5 beim Produktaudit, VDA 2 beim Produktionsprozess- und Produktfreigabeverfahren, dazu die Reifegradabsicherung im Anlauf. Der häufigste Fehler in der Beratungspraxis: Ein bestandenes VDA-6.3-Audit wird mit dem IATF-16949-Zertifikat verwechselt. Das Prozessaudit nach VDA 6.3 ist ein Methoden-Audit eines Kunden oder Ihrer eigenen Organisation — das IATF-Zertifikat erteilt ausschließlich eine von der IATF anerkannte Zertifizierungsgesellschaft nach den IATF Rules. Zweiter Stolperstein: VDA-Bände sind keine Normen und keine Gesetze, sondern Verbandspublikationen. Verbindlich werden sie erst über die kundenspezifischen Anforderungen — wenn der OEM sie in seinen CSR oder der Qualitätsvereinbarung referenziert, etwa die Formel-Q-Familie von Volkswagen. Drittens: Wer nur die Bände kauft, aber die CSR-Matrix nicht pflegt, weiß nicht, welcher Band für welchen Kunden tatsächlich gilt.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen zu VDA

Was ist der Unterschied zwischen VDA und IATF — wer gibt was heraus?

Der VDA ist der deutsche Branchenverband und gibt die VDA-Bände heraus — Methoden-Regelwerke wie VDA 6.3 für Prozessaudits oder VDA 2 für die Bemusterung. Die IATF ist die International Automotive Task Force, der die nationalen Verbände der fünf großen Automobilnationen angehören: VDA für Deutschland, AIAG für die USA, ANFIA für Italien, FIEV für Frankreich und SMMT für Großbritannien. Die IATF gibt den eigentlichen Zertifizierungsstandard IATF 16949 samt den Zertifizierungsregeln heraus. Praktisch heißt das: IATF 16949 ist der Rahmen, die VDA-Bände liefern die deutsche Methodenwelt dazu. Der VDA wirkt über seine Urheberrechtsinhaber-Rolle auch an der Weiterentwicklung der IATF-Dokumente mit — die Ebene „Verband" und die Ebene „Zertifizierungsschema" sind trotzdem sauber zu trennen (IATF 16949:2016).

Sind VDA-Bände für uns als Zulieferer verbindlich?

Nicht von sich aus — VDA-Bände sind Verbandspublikationen ohne Gesetzes- oder Normcharakter. Verbindlich werden sie auf zwei Wegen: erstens über die kundenspezifischen Anforderungen, wenn Ihr OEM oder Tier-1-Kunde einen Band in seinen CSR, der Qualitätssicherungsvereinbarung oder der Bestellung referenziert; zweitens über IATF 16949 selbst, denn der Standard verlangt, dass Sie kundenspezifische Anforderungen bewerten und in Ihren QMS-Anwendungsbereich einbeziehen — und im Anhang B werden die VDA-Bände als anerkannte Methodenreferenzen genannt. Praktisch: Für die deutsche OEM-Lieferkette sind VDA 6.3, VDA 6.5, VDA 2 und die Reifegradabsicherung faktisch kaum vermeidbar, weil die deutschen Hersteller sie durchgehend fordern. Die Verbindlichkeit entsteht also im Vertrag und in der CSR-Matrix, nicht im VDA-Shop (IATF 16949:2016, Abschnitt 4.3.2).

Welche VDA-Bände brauchen wir mindestens, wenn wir in die deutsche OEM-Lieferkette einsteigen?

Beginnen Sie mit dem Kernquartett und ziehen Sie es erst an, wenn ein Kunde es fordert. VDA 6.3 für das Prozessaudit — das ist das Eintrittsticket, viele OEM verlangen ein Selbstaudit oder Kundenaudit mit Mindestbewertung vor der Serienfreigabe. VDA 2 für das Produktionsprozess- und Produktfreigabeverfahren, also die Bemusterung mit Erstmusterprüfbericht. VDA 6.5 für das Produktaudit im laufenden Serienbetrieb. Und die Reifegradabsicherung für Neuteile, sobald Sie Anläufe mit deutschen OEM fahren. Dazu kommt VDA Band 5, wenn Sie die Prüfprozesseignung nach europäischer Lesart nachweisen müssen. Entscheidend ist die Reihenfolge: Bauen Sie zuerst die CSR-Matrix Ihrer tatsächlichen Kunden auf, dann beschaffen Sie die referenzierten Bände — der volle VDA-Katalog ist ein Regal, keine Pflicht.

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