Definition
Strukturiertes Planungsverfahren in der Automobilindustrie zur Sicherung der Produktqualität bereits in der Entwicklungsphase. Umfasst fünf Phasen: Planung, Produktentwicklung, Prozessentwicklung, Produktsicherung, Prozessvalidierung. APQP ist Pflichtbestandteil des IATF-16949-Anforderungskatalogs und eng verknüpft mit FMEA, Control Plan und PPAP.
In der Praxis
APQP entfaltet seinen Nutzen nur, wenn es als lebendes Programm geführt wird: Meilensteine, Verantwortliche und Ergebnisse — von der ersten Risikobetrachtung bis zum Produktionsanlauf — müssen laufend synchronisiert sein, sonst wird die Qualitätsvorausplanung zum Dokumentenfriedhof. Mit der dritten Ausgabe des AIAG-Referenzwerks (2024) wurde der Control Plan als eigenes Handbuch herausgelöst und Themen wie die Anlaufabsicherung (Safe Launch) und die Rückverfolgbarkeit geschärft — wer noch nach der zweiten Ausgabe arbeitet, sollte seine Vorlagen prüfen. In der Praxis scheitert APQP meist an der Schnittstelle: Die Ergebnisse aus FMEA, MSA und Prozessfähigkeitsstudien müssen konsistent in den Control Plan fließen, sonst entstehen Widersprüche, die spätestens beim PPAP auffallen.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zu APQP
Ist APQP Pflicht in der Automobilindustrie?
IATF 16949 fordert für die Entwicklungsplanung einen multidisziplinären Ansatz (Kapitel 8.3.2.1) und nennt APQP dabei als Beispiel einer anerkannten Methodik. Konkret verbindlich wird das Verfahren über die kundenspezifischen Anforderungen der OEMs, die APQP-Nachweise regelmäßig als Bedingung für die Anlauf- und Serienfreigabe verlangen.
Was hat die APQP 3rd Edition 2024 geändert?
Die dritte Ausgabe des AIAG-Referenzwerks löst den Control Plan als eigenständiges Handbuch heraus, schärft unter anderem die Anlaufabsicherung (Safe Launch) und die Rückverfolgbarkeit und ergänzt verbindliche Checklisten. Für Lieferanten heißt das: Vorlagen, Checklisten und die Verlinkung zwischen APQP-Statusbericht und Control Plan sollten auf den neuen Stand gebracht werden.
Was ist der Unterschied zwischen APQP und PPAP?
APQP ist der Planungsprozess über die gesamte Produktentstehung — von der Konzeptphase bis zur Serienreife. PPAP ist dessen formaler Abschlussnachweis: Der Lieferant legt dem Kunden Muster und Dokumentation aus dem Serienprozess vor und erhält die Freigabe für die Serienlieferung. Kurz gesagt: APQP plant die Qualität, PPAP beweist sie.