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Norm / Standard

ISO 14067

Greenhouse Gases — Carbon Footprint of Products

Definition

Norm zur Quantifizierung des CO2-Fußabdrucks von Produkten (Product Carbon Footprint, PCF). Basiert auf LCA-Prinzipien (ISO 14040/14044) und berücksichtigt alle Lebenszyklusphasen — von Rohstoffgewinnung über Produktion und Nutzung bis Entsorgung. Pflichtgrundlage für CBAM-Berichte (Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Strom, Wasserstoff) und zunehmend für Lieferantenfragebögen großer OEMs. Verifizierbar nach ISO 14064-3.

In der Praxis

Die ISO 14067 ist die Norm, die aus Kundenanfragen belastbare Zahlen macht — aber sie wird in der Praxis gern mit der ISO 14064-1 verwechselt. Die Trennung ist einfach und entscheidend: ISO 14064-1 bilanziert die Organisation, ISO 14067 das einzelne Produkt über seinen Lebensweg. Wer dem Automotive-Kunden einen Product Carbon Footprint liefert, der eigentlich ein auf die Stückzahl runtergebrochener Unternehmens-Footprint ist, produziert eine Zahl ohne Methodik — und genau das fällt im Kundenaudit auf. Zweiter Stolperstein: Die Norm verlangt die gesamte Lebenswegbetrachtung — Rohstoffgewinnung, Produktion, Transport, Nutzung, Ende des Lebenswegs —, aber viele PCFs hören am Werkstor auf, weil die Nutzungsphase Daten und Annahmen braucht. Drittens: Vergleichbarkeit wird versprochen, wo die Norm sie nicht hergibt — ohne identische Systemgrenzen, funktionelle Einheiten und Datenqualität sind zwei PCFs zweier Lieferanten nicht vergleichbar. Mein Rat: Definieren Sie Systemgrenzen und Annahmen schriftlich, bevor Sie rechnen, und lassen Sie die Studie nach ISO 14064-3 verifizieren, wenn sie gegenüber Kunden Gewicht haben soll.

Häufige Fragen zu ISO 14067

Was ist der Unterschied zwischen ISO 14067 und ISO 14064-1?

Beide Normen bilanzieren Treibhausgase, aber auf verschiedenen Ebenen. ISO 14064-1 betrachtet die Organisation: alle Emissionen eines Unternehmens, gegliedert in Kategorien — das Ergebnis ist der Corporate Carbon Footprint, Grundlage für ESRS E1, CDP und SBTi. ISO 14067 betrachtet das einzelne Produkt über seinen gesamten Lebensweg: von der Rohstoffgewinnung über Produktion, Transport und Nutzung bis zum Ende des Lebenswegs — das Ergebnis ist der Product Carbon Footprint. Methodisch baut die 14067 auf der Ökobilanz nach ISO 14040/14044 auf, mit funktioneller Einheit und Systemgrenzen; die 14064-1 arbeitet mit organisatorischen und operativen Grenzen. In der Praxis brauchen Sie häufig beides: Der Kunde fragt den PCF fürs Bauteil, die Bank den CCF fürs Unternehmen. Wer die Ebenen vermischt, liefert Zahlen, die bei der ersten Rückfrage zerfallen (ISO 14067; ISO 14064-1).

Ist ein PCF nach ISO 14067 für uns Pflicht — etwa wegen CBAM oder Kundenanforderungen?

Die Norm selbst ist freiwillig — kein Gesetz schreibt ISO 14067 vor. Aber zwei Kräfte machen sie faktisch zum Standard: Erstens Kundenanforderungen, voran im Automotive- und Elektronikbereich, wo OEMs PCFs in Ausschreibungen und Lieferantenfragebögen verlangen und die Methodik nach ISO 14067 als Referenz nennen. Zweitens Regulatorik: CBAM verlangt für bestimmte Importwaren die Emissionsdaten der Produktion — die Berechnungslogik ist CBAM-spezifisch, aber methodisch mit der Lebenszyklusdenkweise verwandt, und wer ISO-14067-konform rechnen kann, hat das Handwerkszeug. Dazu kommt die ESPR, die produktbezogene Umweltinformationen über den Digitalen Produktpass vorsieht — konkrete Anforderungen kommen dort über delegierte Rechtsakte je Produktgruppe. Kurz: Pflicht entsteht nicht aus der Norm, aber die Norm ist die anerkannte Antwort, wenn die Pflicht oder der Kunde klopft (ISO 14067; Verordnung (EU) 2023/956 (CBAM); Verordnung (EU) 2024/1781 (ESPR)).

Wie erstellen wir einen ersten Product Carbon Footprint, der einer Kundenprüfung standhält?

Beginnen Sie mit dem Studienrahmen, nicht mit dem Rechnen: funktionelle Einheit festlegen (z. B. ein Bauteil in definierter Ausführung), Systemgrenzen dokumentieren (cradle-to-gate oder cradle-to-grave — und warum), Allokationsregeln für Gemeinschaftsprozesse festlegen. Dann die Datenerhebung: Primärdaten für die eigene Produktion und die wichtigsten Vorprodukte, Sekundärdaten aus anerkannten Datenbanken für den Rest — mit dokumentierter Datenqualität je Wert. Rechnen Sie konsistent mit denselben Emissionsfaktoren und Treibhauspotenzialen durchgängig; Methodenwechsel mitten in der Studie sind der häufigste Fehler. Schreiben Sie die Annahmen in den Bericht — sie entscheiden über die Aussagekraft mehr als die dritte Nachkommastelle. Und wenn der PCF gegenüber Kunden oder im CBAM-Kontext Gewicht haben soll: Lassen Sie ihn nach ISO 14064-3 verifizieren. Eine verifizierte Studie mit ehrlichen Unsicherheiten schlägt jede schöngerechnete Zahl ohne Beleg (ISO 14067; ISO 14064-3).

ISO 14067 in der Anwendung? Norminator hilft.

Das Glossar erklärt den Begriff. Norminator liefert die Umsetzung — von der Anforderung bis zum fertigen Dokument.

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