Definition
Norm für Inspektionsstellen, die behördlich anerkannte Prüfungen durchführen (Type A, B, C nach Unabhängigkeitsgrad). Geprüft werden Anlagen, Produkte, Prozesse, Dienstleistungen vor Inbetriebnahme oder im laufenden Betrieb. Anwendung u.a. bei Druckgeräten, Aufzügen, EX-Anlagen, Spielgeräten. Akkreditierung durch DAkkS, Prüfung gegen ISO 17020 ist Pflicht für anerkannte Inspektionsstellen.
In der Praxis
Die ISO/IEC 17020 regelt die Inspektionsstellen — und ihr zentraler Hebel ist die Unabhängigkeitslogik Typ A, B und C. Der Praxisfall, der das klarmacht: Bei überwachungsbedürftigen Anlagen darf nicht die eigene Instandhaltungsabteilung „selbst prüfen" — für behördlich anerkannte Inspektionen ist Typ A der Maßstab, also eine Stelle, die organisatorisch und wirtschaftlich völlig unabhängig vom Prüfgegenstand ist. Typ B und C erlauben abgestufte Formen der Einbindung, etwa Inspektionsstellen innerhalb eines Unternehmens mit garantierter Trennung. Der häufige Fehler: Unternehmen buchen „eine Prüfung", ohne zu klären, welchen Typ die Behörde oder der Verwendungszweck verlangt — und der Bericht wird nicht anerkannt. Abgrenzen müssen Sie außerdem die Begriffe: Die Inspektion nach 17020 beurteilt den Zustand einer Anlage oder eines Produkts durch Fachpersonal vor Ort; das ist keine Laborprüfung nach ISO/IEC 17025 und keine Zertifizierung nach ISO/IEC 17065. Drei Normen, drei Gewerke — wer sie vermischt, kauft das falsche Papier.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zu ISO/IEC 17020
Was ist der Unterschied zwischen Inspektion, Prüfung und Zertifizierung?
Drei verschiedene Konformitätsbewertungen mit je eigener Norm. Die Inspektion nach ISO/IEC 17020 ist die fachkundige Beurteilung eines Gegenstands — Anlage, Produkt, Prozess — durch Befund vor Ort: Der Inspekteur bewertet den Zustand, typisch bei Aufzügen, Druckgeräten oder EX-Anlagen. Die Prüfung nach ISO/IEC 17025 ist die messtechnische Bestimmung von Eigenschaften im Labor: Messwerte, Messunsicherheit, Rückführbarkeit. Die Zertifizierung nach ISO/IEC 17065 ist die fortlaufende Bestätigung, dass ein Produkt festgelegte Anforderungen erfüllt — mit Zertifikat und meist Überwachung. Praktisch gemerkt: Der Inspekteur schaut und beurteilt, das Labor misst, die Zertifizierungsstelle bescheinigt ein System dahinter. Bei der Beauftragung entscheidet der Verwendungszweck, welches Gewerk Sie brauchen — und ob die Behörde einen bestimmten Unabhängigkeitstyp vorschreibt (ISO/IEC 17020; ISO/IEC 17025; ISO/IEC 17065).
Was bedeuten die Typen A, B und C bei Inspektionsstellen?
Die Typen klassifizieren die Unabhängigkeit der Inspektionsstelle nach ISO/IEC 17020. Typ A ist die vollständig unabhängige Stelle: organisatorisch und wirtschaftlich getrennt vom geprüften Objekt, ohne Interessenkonflikte — das ist der Maßstab für behördlich anerkannte Inspektionen, etwa bei überwachungsbedürftigen Anlagen. Typ B ist eine Inspektionsstelle, die zwar Teil eines Unternehmens ist, aber organisatorisch so abgetrennt sein muss, dass ihre Berichte unbeeinflusst bleiben — sie darf nur für ihr eigenes Unternehmen tätig werden. Typ C darf sowohl für das eigene Unternehmen als auch für Dritte prüfen, muss aber die Unparteilichkeit durch organisatorische Trennung sichern. Für Sie als Auftraggeber heißt das: Klären Sie vor der Beauftragung, welchen Typ die Behörde oder die Spezifikation verlangt — ein Typ-C-Bericht hilft nicht, wo Typ A gefordert ist (ISO/IEC 17020).
Wann brauchen wir eine Inspektionsstelle — und wie wählen wir sie aus?
Der Auslöser ist meist einer von drei Fällen: eine behördlich vorgeschriebene Inspektion, etwa bei überwachungsbedürftigen Anlagen nach der BetrSichV; eine vertraglich geforderte Abnahme durch Dritte; oder der Wunsch nach einer unabhängigen Zustandsbewertung, etwa vor einer Anlagenübernahme. Bei der Auswahl prüfen Sie zuerst die Akkreditierung der Stelle nach ISO/IEC 17020 samt Geltungsbereich — die DAkkS-Datenbank ist Ihr Werkzeug dafür. Dann den Unabhängigkeitstyp: Für behördliche Anlässe ist Typ A der sichere Standard; fragen Sie im Zweifel bei der zuständigen Behörde nach, was anerkannt wird. Drittens die fachliche Tiefe: Hat die Stelle Erfahrung mit Ihrer Anlagenart, und sind die Inspekteure für Ihre Branche qualifiziert? Vereinbaren Sie schriftlich, was der Bericht enthalten muss — Befund, Bewertung, Fristen für Mängel. Und planen Sie Wiederholungsinspektionen als Terminserie, nicht als Einzelereignis.