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Norm / Standard

ISO/IEC 22989

Information Technology — Artificial Intelligence — AI Concepts and Terminology

Definition

Grundlagen-Norm der ISO/IEC-AI-Familie. Definiert über 100 zentrale Begriffe rund um KI: Machine Learning, Deep Learning, Foundation Models, Bias, Robustness, Explainability, Trustworthiness. Wichtig als gemeinsame Sprachgrundlage für ISO 42001 (AIMS) und alle weiteren AI-Standards. Vergleichbar mit der Rolle von ISO 9000 im Qualitätsmanagement.

In der Praxis

Begriffswirrwarr klingt nach einem Luxusproblem — bis Sie in einem KI-Projekt sitzen, in dem „das Modell" mal die Regelwerkstatt aus den Achtzigern meint, mal das neuronale Netz, mal den Chatbot, den der Vertrieb ausprobiert. Ich habe Projekte erlebt, in denen drei Monate lang aneinander vorbei geredet wurde, weil „Training" für die einen Datenvorbereitung und für die anderen Mitarbeiterschulung bedeutete. Genau dafür ist ISO/IEC 22989 da: Sie ist die Terminologie-Norm der KI-Familie, das sprachliche Fundament, auf dem ISO/IEC 42001 und die weiteren AI-Standards stehen — vergleichbar mit der Rolle der ISO 9000 im Qualitätsmanagement. In der Praxis heißt das: Bevor Sie Anforderungen schreiben, Verträge mit KI-Dienstleistern verhandeln oder eine Folgenabschätzung dokumentieren, legen Sie die Begriffe fest. Die Norm liefert das Vokabular — von Machine Learning über Foundation Models bis Trustworthiness. Es ist die billigste Projektversicherung, die es gibt: ein gemeinsames Glossar, bevor die erste Spezifikation entsteht.

Häufige Fragen zu ISO/IEC 22989

Wozu brauchen wir eine Terminologie-Norm — wir wissen doch, was KI ist?

Eben nicht — und das zeigt jede Projektbesprechung. ISO/IEC 22989 definiert die zentralen KI-Begriffe einheitlich: was ein KI-System ist, was maschinelles Lernen von regelbasierter Logik unterscheidet, was Bias, Robustheit und Erklärbarkeit präzise bedeuten. Ohne diese Grundlage reden Entwicklung, Qualität, Rechtsabteilung und Dienstleister aneinander vorbei — mit messbaren Folgen in Spezifikationen, Verträgen und Audit-Dokumenten. Die Norm ist deshalb auch die normative Verweisung der ISO/IEC 42001: Wer ein KI-Managementsystem aufbaut, muss deren Begrifflichkeiten verwenden, und die kommen aus der 22989. Vergleichbar ist das mit ISO 9000 im QM: Keine Anforderungsnorm, aber ohne sie versteht niemand die Anforderungsnormen richtig.

Ist ISO/IEC 22989 für uns verbindlich — etwa über die ISO 42001 oder den EU AI Act?

Als Terminologie-Norm stellt ISO/IEC 22989 selbst keine Anforderungen — sie definiert Begriffe. Verbindlich wird sie über den Verweis: ISO/IEC 42001 führt sie als normative Verweisung, das heißt, die Begriffe der 22989 gelten beim Lesen und Anwenden des AIMS-Standards mit (ISO/IEC 42001:2023, Kap. 2). Auch die KI-VO arbeitet mit eigenen Legaldefinitionen, die sich an derselben Systematik orientieren — wer die Norm-Terminologie beherrscht, liest die Verordnung deutlich sicherer. Für die Praxis heißt das: Niemand zertifiziert Sie auf eine Begriffsnorm, aber jede Konformitätsaussage, jede technische Dokumentation und jeder Vertrag wird präziser, wenn die verwendeten Begriffe normsauber sind. Betrachten Sie die 22989 als Wörterbuch, nicht als Pflichtenheft.

Wie setzen wir eine gemeinsame KI-Terminologie im Unternehmen praktisch durch?

Bauen Sie ein unternehmenseigenes KI-Glossar mit den zehn bis zwanzig Begriffen, die Ihre Projekte wirklich brauchen — KI-System, Modell, Trainingsdaten, Inferenz, Bias, Erklärbarkeit — und verweisen Sie je Eintrag auf die Definition der ISO/IEC 22989. Hängen Sie das Glossar an Ihre KI-Richtlinie und an die Dokumentvorlagen für Spezifikation und Risikobewertung, damit es nicht als loses Papier verschwindet. Bei neuen Projekten gehört die Begriffsabstimmung in den Kick-off: Fünf Minuten, die Wochen an Missverständnissen sparen. Und nutzen Sie bestehende Strukturen: Wer ein QM-Handbuch mit definierten Begriffen pflegt, hängt das KI-Kapitel einfach an dieselbe Stelle. Wichtig ist nur die Konsequenz — ein Glossar, das niemand kennt, ist dokumentierte Information ohne Wirkung.

ISO/IEC 22989 in der Anwendung? Norminator hilft.

Das Glossar erklärt den Begriff. Norminator liefert die Umsetzung — von der Anforderung bis zum fertigen Dokument.

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