Zum Hauptinhalt springen
Methode / Werkzeug

PFMEA

Process Failure Mode and Effects Analysis

Definition

Systematische Analyse potenzieller Fehler in Produktions- und Montageprozessen. Bewertet Fehler nach Auftreten, Bedeutung und Entdeckungswahrscheinlichkeit. Die AIAG/VDA-FMEA von 2019 verwendet Action Priority (AP). Muss mit Control Plan und DFMEA abgestimmt sein.

In der Praxis

Die Prozess-FMEA ist das Arbeitstier unter den Core Tools: Sie übersetzt, was in Fertigung und Montage schiefgehen kann, in konkrete Vermeidungs- und Entdeckungsmaßnahmen — und diese Maßnahmen landen direkt im Control Plan. In der Praxis zeigt sich ihre Qualität daran, ob das Team echte Prozessfehler beschreibt („Verwechslung Bauteil links/rechts") oder nur Allgemeinplätze („Bedienerfehler"). Seit dem AIAG-VDA-Handbuch 2019 wird mit der Action Priority (AP) priorisiert statt mit der Risikoprioritätszahl — das verhindert, dass sich hohe Risiken rechnerisch wegrelativieren. Kritisch ist die Pflege: Reklamationen, 8D-Bearbeitungen und Prozessänderungen müssen in die PFMEA zurückgespiegelt werden, sonst verkommt sie zum Audit-Papier.

Häufige Fragen zu PFMEA

Wann muss eine PFMEA aktualisiert werden?

Bei jedem Anlass, der das Prozessrisiko verändert: Produkt- oder Prozessänderungen, neue Werkzeuge oder Anlagen, Produktionsverlagerungen — und nach Reklamationen oder internen Fehlern. IATF 16949 verlangt im Problemlösungsprozess ausdrücklich die Überprüfung und gegebenenfalls Aktualisierung von Prozess-FMEA und Produktionslenkungsplan nach jeder Korrekturmaßnahme (Kapitel 10.2.3). Eine PFMEA, die trotz 8D-Reports unverändert bleibt, ist ein klassischer Auditbefund.

Was ist der Unterschied zwischen PFMEA und Control Plan?

Die PFMEA bewertet, welche Prozessfehler auftreten können und wie riskant sie sind — sie ist das Analysewerkzeug. Der Control Plan (Produktionslenkungsplan) legt daraus abgeleitet fest, welche Merkmale mit welcher Methode, in welcher Häufigkeit und mit welchem Reaktionsplan überwacht werden — er ist das Lenkungsdokument für die laufende Produktion, dessen Mindestinhalte IATF 16949 in Anhang A definiert. Beide müssen konsistent sein: Jede Maßnahme aus der PFMEA braucht ein Gegenstück im Control Plan.

Wer erstellt die PFMEA?

Ein multidisziplinäres Team — typischerweise Fertigung, Qualität, Konstruktion, Instandhaltung und Arbeitsvorbereitung. Die Ein-Personen-PFMEA vom Schreibtisch ist der häufigste Grund, warum Prozessrisiken übersehen werden: Erst die Bediener- und Instandhaltungsperspektive macht Fehlerbilder realistisch. Die Teamarbeit ist kein Selbstzweck, sondern Kern der Methodik des AIAG-VDA FMEA-Handbuchs (2019).

PFMEA in der Anwendung? Norminator hilft.

Das Glossar erklärt den Begriff. Norminator liefert die Umsetzung — von der Anforderung bis zum fertigen Dokument.

Norminator Support
Fragen zu Norminator? Frag mich.
Willkommen! Ich bin der Norminator Support-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?