Definition
Methode zur Reduktion von Rüstzeiten unter 10 Minuten (Single-Minute). Entwickelt von Shigeo Shingo bei Toyota. Strukturiertes Vorgehen: Trennung interner (Maschine steht) und externer Rüstvorgänge (Maschine läuft), Umwandlung interner in externe Rüsten, Vereinfachung beider. Ziel: kleinere Losgrößen wirtschaftlich machen, Flexibilität erhöhen, Bestände reduzieren. Voraussetzung für One-Piece-Flow und JIT bei Mehrfachvarianten.
In der Praxis
SMED beginnt mit einer nüchternen Beobachtung: Der Rüstvorgang wird gefilmt und jeder Handgriff danach klassifiziert, ob die Maschine dafür stehen muss oder nicht. Die Erfahrung aus unzähligen Workshops: Der größte Teil der Rüstzeit ist internes Rüsten, das sich externalisieren lässt — Werkzeuge vorbereiten, Material bereitstellen, Einstellwerte dokumentieren, bevor die Maschine stoppt. Typische Stolpersteine: Die Analyse findet am Schreibtisch statt — statt mit Video am Prozess, und nach der ersten Halbierung der Rüstzeit lässt der Ehrgeiz nach — dabei steckt viel Potenzial in der zweiten Iteration. Der Nutzen geht über die gesparte Zeit hinaus: Erst kurze Rüstzeiten machen kleine Lose wirtschaftlich und damit Heijunka, Just-in-Time und One-Piece-Flow möglich. Das Ziel „unter zehn Minuten“ ist Richtwert, nicht Selbstzweck.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zu SMED
Was bedeutet SMED genau?
SMED steht für „Single-Minute Exchange of Die“ — Werkzeugwechsel im einstelligen Minutenbereich, also in unter zehn Minuten. Entwickelt wurde die Methode von Shigeo Shingo für Toyota. Kernidee ist die konsequente Trennung von internem Rüsten, das nur bei stehender Maschine möglich ist, und externem Rüsten, das bei laufender Produktion vorbereitet werden kann. Danach werden interne Anteile schrittweise in externe umgewandelt und beide vereinfacht.
Wie läuft ein SMED-Workshop in der Praxis ab?
Bewährt hat sich ein Ablauf in drei Schritten: Erstens den aktuellen Rüstvorgang komplett filmen und mit dem Team in Einzelschritte zerlegen. Zweitens jeden Schritt als intern oder extern klassifizieren und prüfen, was sich externalisieren lässt — Vorbereitung, Bereitstellung, Standardisierung der Einstellwerte. Drittens die verbliebenen internen Schritte vereinfachen, etwa durch Schnellspannsysteme oder paralleles Arbeiten. Ergebnis ist ein neuer Rüststandard, der geschult und gemessen wird.
Warum ist SMED Voraussetzung für kleine Losgrößen?
Die Losgröße hängt rechnerisch an der Rüstzeit: Je länger das Rüsten dauert, desto mehr Stück müssen pro Rüstvorgang gefertigt werden, damit sich der Stillstand „lohnt“ — mit entsprechend hohen Beständen. Halbiert sich die Rüstzeit, halbiert sich wirtschaftlich betrachtet die sinnvolle Losgröße. Kurze Rüstzeiten erlauben damit häufiges Wechseln, kleine Lose, niedrige Lagerbestände und schnelles Reagieren auf die Kundennachfrage — die Basis für Pull-Systeme und Heijunka.