Definition
Statistische Prozesslenkung zur Überwachung und Steuerung von Fertigungsprozessen durch Regelkarten (z.B. x̄-R-Karte, p-Karte). Ermöglicht frühzeitige Erkennung von Trends und Streuungsveränderungen, bevor Ausschuss entsteht. Pflicht im Automotive-Bereich und Basis für die Prozessfähigkeitsberechnung.
In der Praxis
SPC verlagert die Qualitätssicherung vom Ende der Linie in den Prozess: Statt Ausschuss zu sortieren, erkennt die Regelkarte Veränderungen, bevor die Toleranz gerissen wird. Der entscheidende Denkfehler in der Praxis: Eingriffsgrenzen mit Toleranzgrenzen verwechseln — die Regelkarte bildet die Prozessstreuung ab, nicht die Spezifikation. Wer an einem stabilen Prozess bei jeder Schwankung nachregelt, erhöht die Streuung sogar. Voraussetzung ist ein fähiges Messsystem: Ohne MSA misst die Regelkarte nur den Messfehler mit. IATF 16949 verlangt die Überwachung und Messung von Produktionsprozessen und die Festlegung geeigneter statistischer Methoden (Kapitel 9.1.1); für besondere Merkmale konkretisieren die OEMs Umfang und Fähigkeitsanforderungen über ihre kundenspezifischen Anforderungen.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zu SPC
Was ist eine Qualitätsregelkarte?
Eine Qualitätsregelkarte stellt Messwerte eines Merkmals in zeitlicher Reihenfolge dar — mit Mittellinie und Eingriffsgrenzen, die aus der Streuung des Prozesses selbst berechnet werden, nicht aus der Toleranz. Überschreitet ein Wert die Grenzen oder zeigt die Karte einen Trend, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine besondere Ursache vor, die gesucht und beseitigt werden muss.
Was bedeuten Cpk und Ppk?
Beide Kennzahlen setzen die Prozessstreuung ins Verhältnis zur Toleranz: Der Cpk beschreibt die kurzfristige Prozessfähigkeit innerhalb enger Rahmenbedingungen, der Ppk die langfristige Prozessleistung über alle Einflussgrößen hinweg. In der Automobilindustrie gelten üblicherweise Mindestwerte um 1,33 als Nachweis fähiger Prozesse; für besondere Merkmale können OEMs höhere Werte fordern — maßgeblich ist die jeweilige Kundenanforderung. Definiert sind die Kennzahlen im AIAG-SPC-Referenzwerk.
Ist SPC in der Automobilindustrie Pflicht?
Faktisch ja: IATF 16949 verlangt die Festlegung und Anwendung geeigneter statistischer Methoden sowie die Überwachung von Produktionsprozessen (Kapitel 9.1.1.1 und 9.1.1.2) — und die kundenspezifischen Anforderungen der OEMs schreiben SPC für besondere Merkmale regelmäßig verbindlich vor. Die Methodik selbst ist im AIAG-SPC-Referenzwerk beschrieben, auf das die Norm in ihrer Bibliografie verweist.