Definition
Instandhaltungsstrategien zur Sicherstellung der Verfügbarkeit von Produktionsmitteln. Vorbeugende Wartung: zeitbasiert. Vorausschauende Instandhaltung: zustandsbasiert. Regelmäßige Überholung: planmäßige Zerlegung/Reparatur. IATF 16949 fordert eine dokumentierte Instandhaltungsstrategie.
In der Praxis
In IATF-Audits ist die Instandhaltung ein Dauerbrenner — nicht weil nicht gewartet würde, sondern weil das System dahinter fehlt. Erstes Fehlerbild: Es gibt Wartungspläne, aber keine dokumentierten Instandhaltungsziele. Die Norm verlangt Kenngrößen wie OEE, MTBF und MTTR samt regelmäßiger Überprüfung — und die Ergebnisse gehören als Eingabe in die Managementbewertung. Zweites Fehlerbild: Die Ersatzteilverfügbarkeit ist nicht geregelt. Die beste Wartungsstrategie nützt nichts, wenn die kritische Dichtung drei Wochen Lieferzeit hat — die Verfügbarkeit von Ersatzteilen für die identifizierten Fertigungseinrichtungen ist expliziter Teil des geforderten Systems. Drittes Fehlerbild: „Vorausschauende Instandhaltung" steht als Schlagwort im Konzept, aber niemand kann zeigen, welche Zustandsdaten welcher Anlage wie ausgewertet werden. Und vergessen Sie die rechtliche Seite nicht: Unabhängig vom QMS ist die Instandhaltung von Arbeitsmitteln gesetzliche Pflicht — die BetrSichV verlangt den sicheren Zustand über die gesamte Verwendungsdauer.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zu Wartung
Wie hängen Wartung, vorbeugende und vorausschauende Instandhaltung und TPM zusammen?
Wartung im engeren Sinn ist die regelmäßige Pflege — Inspektion, Schmierung, Austausch von Verschleißteilen. Die vorbeugende Instandhaltung plant diese Tätigkeiten zeit- oder intervallbasiert, um Ausfallursachen zu beseitigen, bevor sie zuschlagen. Die vorausschauende Instandhaltung geht einen Schritt weiter: Sie überwacht den Zustand der laufenden Anlage — Schwingungen, Temperaturen, Ölqualität — und sagt den optimalen Wartungszeitpunkt voraus, statt starr nach Kalender zu arbeiten. TPM schließlich ist der Dachansatz: Es verbindet diese Methoden mit der Einbindung der Maschinenbediener, Kennzahlen wie OEE und dem Ziel, die Gesamtanlageneffektivität systematisch zu steigern. Die IATF 16949 fordert genau dieses Gesamtpaket als dokumentiertes System — inklusive vorbeugender Methoden, vorausschauender Methoden, soweit anwendbar, und regelmäßiger Überholung (IATF 16949:2016, Abschnitte 3.1 und 8.5.1.5).
Wo ist geregelt, dass wir unsere Produktionsanlagen instand halten müssen?
Auf zwei Ebenen. Gesetzlich: Die Betriebssicherheitsverordnung verpflichtet den Arbeitgeber, Instandhaltungsmaßnahmen zu treffen, damit Arbeitsmittel während der gesamten Verwendungsdauer den Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen entsprechen und in sicherem Zustand erhalten werden. Das ist Arbeitsschutzrecht und gilt unabhängig von jeder Zertifizierung. Normativ: Die IATF 16949 fordert in Abschnitt 8.5.1.5 ein dokumentiertes TPM-System mit definierten Mindestinhalten — von der Identifikation kritischer Fertigungseinrichtungen über Ersatzteilverfügbarkeit bis zu Instandhaltungszielen mit OEE, MTBF und MTTR. Die ISO 9001 verlangt ergänzend in Abschnitt 7.1.3, die Infrastruktur instand zu halten. Kurz: Das Gesetz schützt den Menschen, die Norm die Konformität — beide wollen dokumentierte Nachweise sehen (BetrSichV § 10; IATF 16949:2016, Abschnitt 8.5.1.5).
Wie bauen wir ein TPM-System auf, das im IATF-Audit besteht?
Starten Sie mit der Kritikalitätsanalyse: Welche Fertigungseinrichtungen müssen konforme Produkte in der geforderten Menge liefern — und was passiert bei deren Ausfall? Daraus leiten Sie den Wartungsplan ab: vorbeugende Intervalle nach Herstellerangaben und eigener Erfahrung, plus vorausschauende Methoden dort, wo sich Zustandsdaten sinnvoll erfassen lassen. Legen Sie dokumentierte Instandhaltungsziele fest — OEE, MTBF, MTTR — mit Verantwortlichem und Review-Rhythmus; Zielverfehlungen brauchen dokumentierte Korrekturmaßnahmenpläne. Regeln Sie die Ersatzteillogistik für die kritischen Komponenten: Bestände, Lieferzeiten, Lieferanten. Und schließen Sie den Regelkreis: Die Kennzahlen gehen als Eingabe in die Managementbewertung, die daraus resultierenden Maßnahmen zurück in den Wartungsplan. Was im Audit überzeugt, ist nicht der dickste Plan, sondern die geschlossene Kette aus Plan, Nachweis, Kennzahl und Reaktion (IATF 16949:2016, Abschnitt 8.5.1.5).