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Methode / Werkzeug

MMOG/LE

Materials Management Operations Guideline / Logistics Evaluation

Definition

Bewertungswerkzeug der AIAG für das Lieferketten- und Logistikmanagement in der Automobilindustrie. Prüft Prozesse in Strategie, Arbeitssysteme, Kapazitätsplanung, Lieferung und Kommunikation. MMOG/LE-A- oder B-Bewertung ist bei vielen OEMs Voraussetzung für Neuaufträge.

In der Praxis

Das MMOG/LE ist das Stiefkind der Automotive-Core-Tools: Während FMEA und Control Plan täglich im Einsatz sind, wird die Logistik-Selbstbewertung in vielen Häusern genau einmal im Jahr aus dem Schrank geholt — kurz bevor der OEM sie abruft. Dabei ist sie genau dafür zu spät: Das Bewertungswerkzeug der AIAG prüft die gesamte Materialwirtschaft von der Strategie über die Kapazitätsplanung bis zur Kunden- und Lieferantenschnittstelle, und seine Schwachstellen — fehlende Eskalationswege, unklare Abrufprozesse, improvisierte Sonderfahrten — sind genau die, die später die Liefertreue ruinieren. Die Einstufung erfolgt in die Klassen A, B oder C; bei Ford ist die Stufe A ausdrücklich Voraussetzung für den Q1-Status, und die Bewertung ist dort jedes Jahr im Zeitraum vom 1. Mai bis 31. Juli zu erstellen und zu melden. Die IATF 16949 selbst führt das Werkzeug in ihrer Bibliografie der Produktionslenkung. Wer es ernst nimmt, nutzt es umgekehrt als internes Verbesserungsprogramm: Die Fragenkataloge sind eine kostenlose Landkarte aller logistischen Prozessrisiken — vom ERP-Stammdatenchaos bis zur fehlenden Vertretungsregelung in der Disposition.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen zu MMOG/LE

Was prüft das MMOG/LE — und was nicht?

Das MMOG/LE bewertet die Prozesse des Material- und Logistikmanagements: Strategie und Verbesserung, Arbeitsorganisation, Kapazitäts- und Produktionsplanung, die Schnittstellen zu Kunden und Lieferanten sowie die Kommunikation entlang der Lieferkette. Es prüft damit die Logistikprozesse — nicht die Produktqualität: Ob ein Teil die Zeichnung erfüllt, bewerten Prozessaudits nach VDA 6.3 oder Produktaudits, nicht die MMOG/LE. Das Ergebnis ist eine Einstufung in die Klassen A, B oder C, die viele OEMs in ihre Lieferantenbewertung und Sourcing-Entscheidungen einfließen lassen. Wer beides vermischt, verliert den Nutzen: Das Werkzeug ist die Landkarte für die Versorgungsfähigkeit, nicht für die Bauteilqualität.

Ist das MMOG/LE für Zulieferer Pflicht?

Normativ nicht — die IATF 16949 führt das MMOG/LE in ihrer Bibliografie als Referenzwerk der Produktionslenkung, macht es aber nicht zur Pflicht. Verbindlich wird es über die kundenspezifischen Anforderungen der OEMs: Ford verlangt für den Q1-Status die Stufe A und eine jährliche, im Zeitfenster Mai bis Juli gemeldete Bewertung (Ford CSR zu IATF 16949, Kapitel 8.5.2); auch andere Hersteller fordern regelmäßige Selbstbewertungen mit Mindestklassen. Faktisch ist die MMOG/LE damit für Serienlieferanten dieser OEMs eine Eintritts- und Bleibebedingung. Prüfen Sie deshalb bei jeder Anfrage, welche Klasse und welcher Meldeturnus im jeweiligen Kundenportal hinterlegt sind — die Anforderungen unterscheiden sich je nach Hersteller und Region.

Wie bereite ich mich auf das MMOG/LE-Assessment vor?

Nicht vier Wochen vor dem Meldetermin — sondern als ganzjährige Routine. Weisen Sie für jedes Kapitel einen fachlich Verantwortlichen zu: Disposition, Lager, Versand, Einkauf, IT. Bewerten Sie ehrlich statt optimistisch; eine geschönte Selbstbewertung fällt bei der OEM-Begehung ohnehin auf und kostet zusätzlich Vertrauen. Leiten Sie aus jeder Lücke einen Maßnahmenplan mit Termin ab und verfolgen Sie ihn im KVP — so wird aus der Pflichtübung ein Verbesserungsprogramm. Halten Sie die kundenspezifischen Termine im Blick: Bei Ford etwa ist die Bewertung jährlich zwischen dem 1. Mai und dem 31. Juli zu melden. Und dokumentieren Sie die Bewertung so, dass Sie sie jederzeit vorlegen können — im Kundenaudit ist die Nachweisführung Teil der Bewertung.

MMOG/LE in der Anwendung? Norminator hilft.

Das Glossar erklärt den Begriff. Norminator liefert die Umsetzung — von der Anforderung bis zum fertigen Dokument.

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