Definition
Ford-spezifisches Template (FAF03-111-2) zur Dokumentation besonderer Merkmale (CC, SC, HI, OS) entlang der Lieferkette. Traceability von DFMEA über PFMEA, SCCAF, Control Plan bis zur Prozessanweisung ist bei Ford Pflicht und wird im APQP/PPAP Evidence Workbook erfasst.
In der Praxis
Das SCCAF ist bei Ford das Bindeglied, das viele Zulieferer unterschätzen: Es ist nicht „noch ein Formular", sondern der Nachweis, dass die Kette der besonderen Merkmale lückenlos geschlossen ist — von der DFMEA über die PFMEA und das SCCAF bis in den Control Plan und die Prozessanweisung. Erstes Fehlerbild: das SCCAF als isolierte Excel-Übung. Die Merkmale im Formular stimmen nicht mit der PFMEA überein, oder der Control Plan kennt Symbole, die im SCCAF fehlen — genau diese Inkonsistenz ist der klassische Befund, weil Ford die Traceability ausdrücklich fordert und im APQP/PPAP Evidence Workbook dokumentiert sehen will. Zweites Fehlerbild: Symbol-Wildwuchs. Ford nutzt eigene Bezeichnungen — CC mit dem umgekehrten Dreieck, SC, HI, OS —; wer intern eigene Symbole führt, braucht eine Umwandlungstabelle, und die muss dem Kunden auf Verlangen vorliegen. Drittes Fehlerbild: Das SCCAF wird einmal zum PPAP erstellt und nie gepflegt. Jede Änderung an FMEA oder Control Plan muss im SCCAF nachgezogen werden — sonst ist die Kette wieder offen.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zu SCCAF
Was unterscheidet das SCCAF vom Control Plan?
Der Control Plan ist das übergreifende Lenkungsdokument: Er beschreibt für jeden Prozessschritt, welche Merkmale wie, mit welcher Häufigkeit und mit welchem Prüfmittel gelenkt werden — inklusive Reaktionsplan. Das SCCAF ist dagegen ein kundenspezifisches Ford-Template, das ausschließlich die besonderen Merkmale — CC, SC, HI und OS — und ihre Weitergabe entlang der Dokumentenkette erfasst. Es beantwortet die Frage: Wo taucht jedes besondere Merkmal in DFMEA, PFMEA, Control Plan und Arbeitsanweisung auf, und ist die Kennzeichnung konsistent? Damit ist das SCCAF eher ein Traceability-Nachweis als ein Lenkungsinstrument. In der Praxis gilt: Der Control Plan steuert den Prozess, das SCCAF beweist dem Kunden, dass kein besonderes Merkmal auf dem Weg durch die Dokumentation verloren gegangen ist.
Woher kommt die Pflicht zum SCCAF — ist das eine IATF-Anforderung?
Das SCCAF selbst ist eine kundenspezifische Anforderung von Ford, keine direkte Klausel der IATF 16949. Die normative Basis liefert Abschnitt 8.3.3.3 der IATF 16949: Er fordert einen dokumentierten Prozess zur Ermittlung besonderer Merkmale, ihre durchgängige Kennzeichnung in Zeichnungen, Risikoanalysen, Produktionslenkungsplänen und Arbeitsanweisungen sowie die Verwendung kundenspezifischer Symbole beziehungsweise einer Umwandlungstabelle. Die Ford-CSR konkretisieren das: Besondere Merkmale und ihre Lenkung müssen von der DFMEA über die PFMEA und das SCCAF bis in den Control Plan rückverfolgbar sein und im APQP/PPAP Evidence Workbook dokumentiert werden. Wer Ford beliefert, kommt am SCCAF also nicht vorbei — es ist die vom Kunden gewählte Form, die IATF-Anforderung an die Merkmalstraceability zu erfüllen (IATF 16949:2016, Abschnitt 8.3.3.3; Ford Customer-Specific Requirements).
Wie halten wir SCCAF, FMEA und Control Plan dauerhaft konsistent?
Behandeln Sie die drei Dokumente als eine Einheit mit einem gemeinsamen Änderungsprozess: Keine Änderung an PFMEA oder Control Plan ohne Prüfung der SCCAF-Auswirkungen — und umgekehrt. Vergeben Sie jedem besonderen Merkmal eine eindeutige interne Kennung, die in allen Dokumenten identisch verwendet wird; so finden Sie Brüche per Abgleich statt per Zufall. Klären Sie die Symbolik früh: Stimmen Sie die Verwendung der Ford-Symbole mit Ford Engineering ab, und falls Sie intern eigene Symbole führen, pflegen Sie die Umwandlungstabelle als gelenktes Dokument. Nehmen Sie den Konsistenz-Abgleich in Ihr internes Auditprogramm und in die Requalifizierung auf — ein Stichprobenvergleich „Merkmal in PFMEA gegen SCCAF gegen Control Plan" deckt die typischen Brüche auf. Und weisen Sie die Verantwortung klar zu: Die Pflege liegt beim APQP- beziehungsweise FMEA-Team, nicht beim einzelnen Dokumentenverwalter.