Definition
Bewertungssystem von Ford Motor Company für Lieferanten, das Null-Toleranz-Metriken und die Produktionsbereitschaft bewertet. Q1-Zertifizierung ist ein strategisches Ziel für Ford-Lieferanten und beeinflusst Sourcing-Entscheidungen direkt.
In der Praxis
Q1 ist kein Zertifikat, das einmal erworben an der Wand hängt — es ist ein laufender Status, den Ford monatlich neu misst, und er kann schneller verloren gehen als jedes Zertifikat. Die Basis ist eine IATF-16949-Zertifizierung durch eine anerkannte Zertifizierungsgesellschaft; darauf setzt Ford eigene Leistungsmetriken aus dem Supplier-Improvement-Metrics-System: PPM für Produktion und Service, Liefertreue, Stop Shipments, Field Service Actions und die Ergebnisse des Q1 Manufacturing Site Assessments. Fällt der Q1-Score unter 85 Punkte oder läuft eine dieser Null-Toleranz-Metriken auf Rot, droht der Status Q1 Revoked — und Ford kann eine Performance Complaint an die IATF auslösen, die bis zur Suspendierung des Zertifikats reicht. Der Weg zurück ist lang: Für die Wiederherstellung sind mindestens sechs Monate durchgehend akzeptable Leistung erforderlich. Der häufigste Grund für den Absturz ist kein einzelner großer Fehler, sondern ungepflegte Metriken: Wer das Supplier-Portal nicht regelmäßig prüft, merkt die rote Ampel erst, wenn der Einkäufer anruft. Für die Logistik kommt erschwerend hinzu: Q1 setzt die Stufe A im MMOG/LE-Assessment voraus.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zu Ford Q1
Was unterscheidet Ford Q1 von der IATF-16949-Zertifizierung?
Die IATF-16949-Zertifizierung weist durch einen unabhängigen Third-Party-Audit nach, dass Ihr Qualitätsmanagementsystem den Anforderungen der Automobilindustrie entspricht — sie ist die Eintrittskarte. Ford Q1 ist dagegen ein herstellerspezifischer Leistungsstatus: Er setzt die IATF-Zertifizierung voraus und ergänzt sie um laufend gemessene Leistungskennzahlen und die Erfüllung der Ford-spezifischen Anforderungen, etwa das Q1 Manufacturing Site Assessment (Ford CSR zu IATF 16949, Kapitel 4.3). Während das Zertifikat im Drei-Jahres-Zyklus läuft, wird Q1 kontinuierlich anhand aktueller Metriken bewertet. Kurz gesagt: Die Zertifizierung beweist die Fähigkeit des Systems, Q1 misst die täglich gelieferte Leistung.
Ist Q1 für Ford-Lieferanten verbindlich?
Faktisch ja. Ford verlangt von Produktions- und Service-Teilelieferanten die Third-Party-Registrierung nach IATF 16949 und knüpft die Vergabeentscheidungen an den Q1-Status. Die Leistungsmetriken müssen über das Supplier-Portal überwacht werden — Ford empfiehlt mindestens wöchentlich, weil einzelne Daten täglich aktualisiert werden. Bei einer Q1-Revokation informiert Ford die Organisation und kann eine IATF-Performance-Complaint einreichen, die den Zertifikatsstatus gefährdet; die Wiederherstellung erfordert mindestens sechs Monate akzeptable Leistung (Ford CSR zu IATF 16949, Kapitel 9.1.2.1). Ohne Q1 bleiben neue Aufträge von Ford in der Regel aus. Wer Ford beliefern will, kommt an Q1 deshalb nicht vorbei.
Wie sichere ich den Q1-Status dauerhaft ab?
Machen Sie die Ford-Metriken zu einem festen Termin im eigenen Steuerungskreis: wöchentlicher Blick ins Supplier-Portal, monatliche Bewertung im Quality Operating System, zweimal jährlich Kommunikation der Kundenzufriedenheitswerte an alle Mitarbeiter mit Qualitätseinfluss — das fordert Ford ausdrücklich. Halten Sie das Q1 Manufacturing Site Assessment aktuell und spiegeln Sie die Ergebnisse in der Managementbewertung. Reagieren Sie auf jede orange oder rote Null-Toleranz-Metrik sofort mit dem von Ford beschriebenen Standardansatz: Problemlösung, Abstimmung mit dem STA-Ingenieur, dokumentierte Maßnahmen. Und behalten Sie die kundenspezifischen Anforderungen im Blick — Ford aktualisiert sie regelmäßig, zuletzt etwa die ePSW-Regelungen und die Null-Toleranz-Metriken. Q1 ist Dauerbetrieb, kein Projekt.