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Methode / Werkzeug

VDA 6.5

Definition

Standard für Produktaudits in der Automobilindustrie. Bewertet die Qualität von Serienteilen unmittelbar vor oder nach Auslieferung an den Kunden. Prüft nicht den Prozess, sondern das Produkt selbst anhand definierter Prüfpläne und Bewertungsschemata.

In der Praxis

Das Produktaudit nach VDA 6.5 beantwortet eine einfache, aber unbequeme Frage: Würde der Kunde dieses Teil so akzeptieren, wie es gerade das Werk verlässt? Geprüft wird das fertige Produkt aus Kundensicht — Maße, Funktion, Optik, aber auch Verpackung, Kennzeichnung und Begleitdokumente. In der Praxis wird das Produktaudit gern mit der Endkontrolle verwechselt: Der Unterschied liegt in der Unabhängigkeit und der Kundenperspektive — der Auditor prüft nicht gegen die Werksroutine, sondern gegen die Kundenanforderung. Abgrenzen muss man es außerdem vom Prozessaudit nach VDA 6.3, das nicht das Produkt, sondern die Prozessbeherrschung bewertet. IATF 16949 verlangt Produktaudits risikobasiert als Teil des internen Auditprogramms.

Häufige Fragen zu VDA 6.5

Was ist der Unterschied zwischen VDA 6.5 und VDA 6.3?

VDA 6.5 prüft das Produkt: Stimmen Maße, Funktion, Optik, Verpackung und Kennzeichnung des versandfertigen Teils mit den Kundenanforderungen überein? VDA 6.3 prüft dagegen den Prozess: Ist die Fertigung beherrscht, werden Lenkungsplan, Arbeitsanweisungen und FMEA-Vorgaben eingehalten? Beide ergänzen sich — ein sauberer Prozess ist die Voraussetzung für konforme Produkte, das Produktaudit ist der Stichproben-Beweis, dass die Kette am Ende trägt. Die Prüfsystematiken definieren die VDA-Bände 6.5 und 6.3.

Ist ein Produktaudit nach VDA 6.5 Pflicht?

Die Methode selbst nicht — aber das Produktaudit als solches ist es faktisch: IATF 16949 verlangt, Produktaudits in geeigneten Abschnitten des Produktions- und Lieferprozesses durchzuführen (Kapitel 9.2.2.4); die konkrete Art des Produktaudits richtet sich nach den kundenspezifischen Anforderungen. Geben Kunden VDA 6.5 vor — was im deutschen OEM-Umfeld häufig der Fall ist —, ist diese Methodik verbindlich anzuwenden.

Was wird bei einem Produktaudit geprüft?

Geprüft wird das versandfertige Produkt aus Kundensicht: dimensionale Merkmale, Funktion und Werkstoff, dazu Sichtkriterien, Verpackung, Kennzeichnung und je nach Vorgabe die Begleitdokumentation. Der Umfang folgt einem festgelegten Prüfplan, die Häufigkeit wird risikobasiert festgelegt; einige OEMs fordern ein Produktaudit je Serienprodukt mindestens einmal pro Jahr. Die Prüfsystematik beschreibt der VDA Band 6.5.

VDA 6.5 in der Anwendung? Norminator hilft.

Das Glossar erklärt den Begriff. Norminator liefert die Umsetzung — von der Anforderung bis zum fertigen Dokument.

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