Definition
AIAG-Standard für Schweißprozesse in der Automobilindustrie. Definiert Anforderungen an Schweißverfahren, Personalqualifikation, Schweißnahtprüfung und Prozessdokumentation. Betrifft Widerstandsschweißen, Laserschweißen, MIG/MAG und weitere Verfahren.
In der Praxis
Schweißen ist personen- und parametergetrieben zugleich — und genau diese Doppelung macht CQI-15 anspruchsvoll. Das Assessment bewertet Managementsystem, Materialhandhabung, Anlagen und Vorrichtungen sowie die Prozessüberwachung und führt ein Job Audit durch; für jedes Verfahren gibt es eigene Prozesstabellen, vom Lichtbogenhandschweißen über MIG/MAG und Widerstandspunkt- bis zum Laserschweißen. In der Praxis scheitern Unternehmen selten an der Schweißtechnik selbst, sondern an der Dokumentationsdisziplin: Schweißer- und Bedienerqualifikationen sind abgelaufen, Verfahrensanweisungen fehlen oder weichen von der gelebten Praxis ab, Werkzeug- und Vorrichtungsänderungen werden nicht dokumentiert, und die Parameterüberwachung mit Alarmen ist vorhanden, aber niemand wertet die Alarme aus. Mein Rat: Legen Sie die Schweißparameter als Überwachungsmerkmale in den Control Plan, führen Sie eine Qualifikationsmatrix mit Fristenampel und nutzen Sie begleitende Prüfungen — von der zerstörungsfreien Prüfung (NDT) bis zum Schliffbild — als Wirksamkeitskontrolle.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zu CQI-15
Welche Schweißverfahren deckt CQI-15 ab?
CQI-15 ist verfahrensübergreifend angelegt: Die Prozesstabellen umfassen unter anderem Lichtbogenverfahren wie MIG/MAG, WIG und Unterpulver, Widerstandsverfahren wie Punkt-, Buckel- und Nahtschweißen sowie Laserstrahlschweißen und weitere Spezialverfahren. Für jedes im Betrieb eingesetzte Verfahren ist die zugehörige Prozesstabelle anzuwenden; nicht betriebene Verfahren bleiben außen vor. Das Assessment folgt damit derselben Logik wie die anderen CQI-Standards: erst Verfahrensidentifikation auf dem Deckblatt, dann Bewertung mit den passenden Tabellen. Die Verfahrensabdeckung definiert das AIAG-Referenzdokument CQI-15 (Welding System Assessment).
Welche Anforderungen stellt CQI-15 an das Schweißpersonal?
Das Personal muss für die ausgeführten Verfahren nachweislich qualifiziert sein — Schweißer und Schweißbediener mit gültigen Qualifikationen, dazu dokumentierte Verfahrensanweisungen, an die sich die Ausführung hält. Das Assessment selbst ist mindestens jährlich durchzuführen, inklusive mindestens eines Job Audits an einem realen Schweißauftrag. Feststellungen sind mit Ursachenanalyse und Maßnahmen binnen 90 Tagen abzustellen; bei akut produktgefährdenden Befunden gilt sofortige Eingrenzung. Die Nachweise über Bewertungen und Maßnahmen sind aufzubewahren und dem Kunden auf Anfrage vorzulegen. Die Anforderungen definiert das AIAG-Referenzdokument CQI-15 (Welding System Assessment).
Wie verankern wir CQI-15 im laufenden Betrieb statt nur im Jahresaudit?
Überführen Sie die Parameterfenster aus den Prozesstabellen in den Control Plan und überwachen Sie sie laufend — Strom, Spannung, Vorschub, Gasführung je nach Verfahren. Richten Sie die Alarme Ihrer Schweißüberwachung so ein, dass Abweichungen eine definierte Reaktion auslösen, und werten Sie Alarmstatistiken regelmäßig aus. Führen Sie eine Qualifikationsmatrix mit Wiederholungsprüfungs- und Gültigkeitsfristen, idealerweise mit automatischer Erinnerung. Dokumentieren Sie jeden Werkzeug- und Vorrichtungswechsel. Und prüfen Sie stichprobenartig mit zerstörungsfreien oder zerstörenden Methoden, ob die Prozessüberwachung tatsächlich trägt.