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Methode / Werkzeug

CQI-17

CQI-17 Soldering System Assessment

Definition

AIAG-Standard für Lötprozesse in der Elektronikfertigung der Automobilindustrie. Definiert Anforderungen an Lötverfahren, Temperaturprofile, Lotmaterialien und Prüfmethoden. Anwendung bei Leiterplattenbestückung und Kabelkonfektionierung.

In der Praxis

In der Elektronikfertigung fürs Auto ist das Löten der stille Spezialprozess: Ob eine Lötstelle zwanzig Jahre Temperaturzyklen im Motorraum übersteht, entscheidet sich im Reflow-Ofen — geprüft wird am Ende elektrisch, und das sagt wenig über die Langzeitfestigkeit. CQI-17 bewertet Lötverfahren, Temperaturprofile, Lotmaterialien und Prüfmethoden, von der Leiterplattenbestückung bis zur Kabelkonfektionierung. Die Praxis-Stolpersteine: Reflow-Profile wurden einmal bei der Inbetriebnahme gemessen und nie wieder gegen das Lotpasten-Fenster verifiziert, feuchtigkeitsempfindliche Bauteile liegen ohne MSD-gerechte Lagerung und Trocknung, und Handnachlötungen laufen ohne geregelte Verfahrensanweisung. Dazu kommt die Materialseite: Lotwechsel oder Lieferantenwechsel bei Pasten und Flussmitteln ohne Neubewertung des Profils. Wer Automotive-Elektronik fertigt, sollte CQI-17 ernst nehmen — GM fordert das Assessment für Lötprozesse ausdrücklich im jährlichen Rhythmus, und die Verzahnung mit Rückverfolgbarkeit und MSA der Prüftechnik entscheidet über das Auditergebnis.

Häufige Fragen zu CQI-17

Wir löten nur Kabelkonfektionen — gilt CQI-17 auch für uns?

Ja, wenn die Konfektion in die Automotive-Lieferkette geht. CQI-17 richtet sich an Lötprozesse in der Automobil-Elektronikfertigung insgesamt — das schließt neben der Leiterplattenbestückung auch gelötete Kabel- und Harness-Anwendungen ein. Entscheidend ist nicht die Baugruppe, sondern der Prozess: Wo gelötet wird, ist das Assessment anzuwenden. Wer ausschließlich crimpt oder steckt, betreibt keinen Lötprozess und liegt außerhalb des Anwendungsbereichs. Prüfen Sie im Zweifel die kundenspezifischen Anforderungen Ihrer OEM-Kunden — dort steht, welche CQI-Standards für Ihre Prozesse gefordert sind. Den Anwendungsbereich definiert das AIAG-Referenzdokument CQI-17 (Soldering System Assessment).

Ist CQI-17 für Elektronikfertiger verbindlich gefordert?

Über die Norm allein nicht — aber über die kundenspezifischen Anforderungen sehr wohl. GM listet Lötprozesse ausdrücklich in den Fertigungsprozessen, die jährlich mit der jeweils aktuellen CQI-Version zu auditieren sind, inklusive Nachweis der Wirksamkeit und Upload der Ergebnisse (GM CSR zu IATF 16949, Kapitel 9.2.2.3). Andere OEMs handhaben es ähnlich oder fordern das Assessment im Einzelfall an. Praktisch heißt das: Sobald Sie Lötprozesse für Automotive-Kunden ausführen, sollten Sie das jährliche CQI-17-Assessment als festen Bestandteil Ihres Auditprogramms führen — unabhängig davon, ob der Kunde gerade danach fragt.

Wie überwachen wir unsere Reflow-Profile praxisfest?

Messen Sie das Temperaturprofil mit Thermoelementen auf einem Referenzboard in definierter Frequenz — mindestens bei Produktwechsel, nach Ofenwartung und in einem festen Wiederholrhythmus. Die Grenzwerte kommen aus der Spezifikation der Lotpaste: Rampenrate, Zeit über Liquidus, Spitzentemperatur, Abkühlrate. Zeichnen Sie jedes Profil auf, werten Sie Trends aus und legen Sie fest, was bei einer Fensterverletzung mit der seit der letzten Gut-Messung produzierten Ware passiert. Ergänzen Sie das um die MSD-Disziplin: feuchtigkeitsempfindliche Bauteile trocken lagern, Bodenlebensdauer überwachen, bei Überschreitung trocknen — das ist ein klassischer Assessment-Punkt.

CQI-17 in der Anwendung? Norminator hilft.

Das Glossar erklärt den Begriff. Norminator liefert die Umsetzung — von der Anforderung bis zum fertigen Dokument.

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