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Methode / Werkzeug

CQI-27

CQI-27 Casting System Assessment

Definition

AIAG-Standard für Gießereiprozesse in der Automobilindustrie. Definiert Anforderungen an Schmelzprozesse, Formherstellung, Erstarrungskontrolle und zerstörungsfreie Prüfung. Anwendung bei Aluminium-, Magnesium- und Eisenguss in sicherheitsrelevanten Bauteilen.

In der Praxis

Gießen ist der älteste Spezialprozess überhaupt — und bei sicherheitsrelevanten Bauteilen aus Aluminium, Magnesium oder Eisen der mit den härtesten Konsequenzen: Ein Lunker im Querlenker zeigt sich nicht am Band, sondern im Feld. CQI-27 bewertet die Gießerei über die ganze Kette: Schmelzprozess und Legierungsführung, Form- und Kernherstellung, Erstarrungskontrolle, Nachbehandlung und zerstörungsfreie Prüfung. Der neuralgische Punkt ist die Chargenverfolgung: Jede Schmelzcharge muss mit ihren Spektrometer-Analysen, den Behandlungsparametern und den daraus gegossenen Teilen verknüpft sein — im Reklamationsfall entscheidet das, ob Sie hundert Teile sperren oder hunderttausend. Dazu kommt die Verzahnung mit CQI-9, denn viele Gussteile werden wärmebehandelt: Dann gilt für diesen Prozessschritt das Heat-Treat-Assessment mit. Und wo NDT zum Einsatz kommt — Röntgen, Eindringprüfung, Ultraschall —, greifen die Anforderungen an die Personalqualifikation. Mein Rat: Testen Sie Ihre Rückverfolgbarkeit einmal im Jahr rückwärts, von einem beliebigen Fertigteil bis zur Schmelzanalyse.

Häufige Fragen zu CQI-27

Für wen gilt CQI-27 — nur für Gießereien?

In erster Linie für Organisationen, die Gießprozesse selbst betreiben — Aluminium-, Magnesium- oder Eisenguss für die Automobilindustrie, einschließlich sicherheitsrelevanter Bauteile. Das Assessment bewertet die Kette von der Schmelze über Form- und Kernherstellung und Erstarrungskontrolle bis zur Nachbehandlung und zerstörungsfreien Prüfung. Aber auch wer Gussteile nur zukauft, kommt mit CQI-27 in Berührung: Die kundenspezifischen Anforderungen der OEMs gelten entlang der Lieferkette, und als Auftraggeber müssen Sie die Bewertung Ihres Gießerei-Lieferanten einfordern und überwachen. Den Anwendungsbereich definiert das AIAG-Referenzdokument CQI-27 (Casting System Assessment).

Welche Rückverfolgbarkeit verlangt CQI-27 in der Gießerei?

Jede Schmelzcharge ist eindeutig zu kennzeichnen und mit ihren Analysewerten — typischerweise aus der Spektrometrie — sowie den Behandlungs- und Gießparametern zu verknüpfen. Aus der Charge muss hervorgehen, welche Teile aus ihr entstanden sind, und umgekehrt: Vom Fertigteil muss der Weg zurück zur Schmelze nachvollziehbar sein. Das ist dieselbe Logik, die ISO 9001 und IATF 16949 grundsätzlich für die Rückverfolgbarkeit fordern, hier konkretisiert auf den Gießereiprozess. Ohne chargenreine Verpackung und Kennzeichnung bricht die Kette — und genau da setzen Assessments und Kundenaudits an. Die konkretisierten Anforderungen definiert das AIAG-Referenzdokument CQI-27 (Casting System Assessment).

Wie bauen wir die Chargenverfolgung in der Gießerei praktisch auf?

Vergeben Sie die Chargennummer an der Schmelze und speichern Sie Analyse- und Behandlungswerte automatisch zur Charge — nicht auf Zetteln am Ofen. Beim Abguss wird die Charge auf Form, Kavität und Gießzeit gemappt; die Teile werden chargenrein verpackt und gekennzeichnet. Verknüpfen Sie die Charge mit den Ergebnissen der zerstörungsfreien Prüfung und der Wärmebehandlung, sofern angewendet. Und dann der entscheidende Schritt: Testen Sie das System regelmäßig rückwärts — nehmen Sie ein beliebiges Fertigteil aus dem Lager und verfolgen Sie es bis zur Schmelzanalyse. Was Sie dabei nicht finden, findet im Ernstfall der Kunde.

CQI-27 in der Anwendung? Norminator hilft.

Das Glossar erklärt den Begriff. Norminator liefert die Umsetzung — von der Anforderung bis zum fertigen Dokument.

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