Zum Hauptinhalt springen
Methode / Werkzeug

SREA

Supplier Request for Equivalence Assessment

Definition

Ford-Prozess zur Bewertung von Lieferantenäquivalenzen, wenn ein Lieferant eine Freigabe für ein Teil oder einen Prozess beantragt, das sich von der ursprünglichen Kundenspezifikation unterscheidet. SREA ist Voraussetzung für die Akzeptanz von Abweichungen und Ersatzmaterialien.

In der Praxis

Der Änderungswunsch kommt fast immer aus der Praxis: Ein Ersatzmaterial ist schneller verfügbar, ein Werkzeug verschleißt anders als gedacht, ein Prüfschritt soll angepasst werden. Bei Ford ist der Weg dafür formal festgelegt: Vor der Umsetzung jeder organisations- oder sub-tier-seitig initiierten Änderung ist die Genehmigung über den SREA-Prozess einzuholen — SREA steht bei Ford für Supplier Request for Engineering Approval. Der klassische Stolperstein ist die vermeintlich kleine Abweichung, die „zur Sicherung der Lieferfähigkeit“ ohne Antrag umgesetzt wird: Sie ist eine Nichtkonformität, und sie fliegt spätestens bei der nächsten Reklamation oder im Audit auf. Nach der SREA-Genehmigung ist der Weg noch nicht zu Ende — vor dem Versand von Serienmengen sind PPAP-Freigabe und ein Funktionsversuch oder dessen Verzichtserklärung erforderlich. Für Service-Teile, die nicht mehr in der Produktion laufen, gibt es einen eigenen SREA-Pfad über den FCSD-Service-Part-Deviation-Prozess. Und Achtung bei der Dokumentation: SREA-Fälle gehören zu den Ausnahmen, in denen Ford statt der elektronischen ePSW noch den Papier-PSW verlangt.

Häufige Fragen zu SREA

Wann brauche ich ein SREA — und wann reicht ein normales PPAP?

Das PPAP ist das Freigabeverfahren für Neuteile und für Änderungen, die der Kunde selbst initiiert oder die im Rahmen der vereinbarten Spezifikation liegen. Ein SREA ist dagegen der Antrag des Lieferanten auf Genehmigung einer eigenen Änderung oder Abweichung — etwa ein anderes Material, ein geänderter Prozess oder eine Anpassung von Prüffrequenzen im Control Plan. Bei Ford gilt: Nach der Teilefreigabe ist für organisationsinitiierte Prozessänderungen grundsätzlich der SREA-Prozess zu nutzen; auch Revisionen an Prüfspezifikationen oder Prüffrequenzen in Control Plan und PFMEA erfordern die Genehmigung über diesen Weg (Ford CSR zu IATF 16949, Kapitel 8.2.1). Erst nach erteilter SREA-Genehmigung folgt die erneute PPAP-Freigabe für die geänderte Konstellation. Kurz gesagt: PPAP beweist die Konformität — das SREA holt vorab die Erlaubnis für die Abweichung ein.

Ist das SREA-Verfahren bei Ford verbindlich?

Ja. Ford fordert in seinen kundenspezifischen Anforderungen, dass vor der Umsetzung jeder organisations- oder sub-tier-initiierten Änderung die Genehmigung über den SREA-Prozess eingeholt wird — die Mitteilungspflichten des PPAP-Handbuchs gelten über diesen Prozess als erfüllt (Ford CSR zu IATF 16949, Kapitel 8.3.4.4). Nach SREA-Genehmigung und Umsetzung der Änderung verlangt Ford vor dem Versand von Produktionsmengen zusätzlich die PPAP-Freigabe sowie einen Funktionsversuch oder eine entsprechende Verzichtserklärung. Lieferungen ohne diesen Nachweis sind nicht konform — unabhängig davon, ob die Abweichung technisch unbedenklich wäre. Für Service-Unique-Teile außerhalb der laufenden Produktion ist der abweichende FCSD-Service-Part-Deviation-SREA-Prozess vorgesehen. Das Prinzip dahinter gilt branchenweit: Keine Änderung am freigegebenen Stand ohne dokumentierte Kundenfreigabe.

Wie gehe ich vor, wenn ich von der Spezifikation abweichen muss?

Erstens: niemals still liefern — auch nicht „zur Versorgungssicherung“. Beschreiben Sie die Abweichung sachlich: Was weicht ab, warum, für welche Stückzahlen und welchen Zeitraum? Legen Sie den Äquivalenznachweis bei, also Validierungs- oder Prüfdaten, die zeigen, dass Funktion, Lebensdauer und Sicherheit unverändert bleiben. Reichen Sie den Antrag über das vorgesehene System ein — bei Ford über den SREA-Prozess, bei anderen OEMs über deren Abweichgenehmigungsverfahren, im deutschen Umfeld vergleichbar mit der Sondergenehmigung nach VDA 2. Warten Sie die dokumentierte Freigabe ab, bevor Sie produzieren oder versenden. Verankern Sie die Genehmigung anschließend im Änderungsmanagement: Control Plan, FMEA und Arbeitsanweisungen müssen den freigegebenen Stand widerspiegeln. So bleibt aus der Ausnahme ein beherrschter, nachweisbarer Zustand.

SREA in der Anwendung? Norminator hilft.

Das Glossar erklärt den Begriff. Norminator liefert die Umsetzung — von der Anforderung bis zum fertigen Dokument.

Norminator Support
Fragen zu Norminator? Frag mich.
Willkommen! Ich bin der Norminator Support-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?