Definition
VDA-Publikation zur Sicherung der Qualität von Lieferungen in der Automobilindustrie. Regelt Anforderungen an Produkt- und Prozessfreigabe (PPF/EMPB), Sondergenehmigungen und Änderungsmanagement entlang der Lieferkette. Deutsche Entsprechung zum PPAP.
In der Praxis
VDA Band 2 ist das Regelwerk, das im deutschsprachigen OEM-Umfeld bestimmt, wann und wie Produkt und Produktionsprozess freizugeben sind — das PPF-Verfahren (Produktionsprozess- und Produktfreigabe). Seine eigentliche Stärke liegt im Anlassmanagement: Das Regelwerk definiert, welche Änderungen eine neue Bemusterung auslösen — von der Produktänderung über die Verlagerung des Fertigungsorts bis zur längeren Lieferunterbrechung. In der Praxis entstehen die größten Probleme, wenn Lieferanten Änderungen einfach einfließen lassen, ohne den Kunden zu informieren: Das gilt als verdeckte Änderung und gefährdet die Lieferantenbeziehung nachhaltig. Auch Sondergenehmigungen für befristete Abweichungen sind sauber über das Verfahren abzubilden.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zu VDA 2
Was ist der Unterschied zwischen VDA 2 (PPF) und PPAP?
Beide Verfahren verfolgen denselben Zweck — den Nachweis, dass Produkt und Produktionsprozess die Kundenanforderungen erfüllen, bevor die Serie geliefert wird. PPF nach VDA Band 2 ist die im deutschen Raum etablierte Methodik, PPAP die der AIAG mit internationaler Verbreitung. Welches Verfahren anzuwenden ist, gibt der Kunde vor; IATF 16949 verlangt, dass ein Produktfreigabeprozess gemäß Kundenanforderungen eingeführt und aufrechterhalten wird (Kapitel 8.3.4.4).
Wann ist eine neue Bemusterung nach VDA 2 erforderlich?
Neben der Erstbemusterung von Neuteilen lösen typischerweise folgende Anlässe eine erneute Bemusterung aus: Änderungen am Produkt oder an dessen Spezifikation, Änderungen am Produktionsprozess, die Verlagerung des Fertigungsstandorts, neue Werkzeuge oder längere Unterbrechungen der Lieferung. Welcher Anlass welchen Umfang der Vorlage erfordert, ist über die Vorlagestufen des VDA Band 2 geregelt und im Einzelfall mit dem Kunden abzustimmen.
Was ist eine Sondergenehmigung nach VDA 2?
Eine befristete oder mengenbegrenzte Kundenfreigabe für ein Produkt, das von der freigegebenen Spezifikation abweicht — etwa wenn ein Merkmal die Toleranz knapp verfehlt, die Funktion aber nachweislich nicht beeinträchtigt ist. Entscheidend: Die Genehmigung muss vor der Lieferung beim Kunden eingeholt und dokumentiert werden; eigenmächtiges Liefern trotz Abweichung gefährdet die Freigabe insgesamt. Auch IATF 16949 verlangt für solche Abweichungen grundsätzlich eine Kundenfreigabe (Kapitel 8.7.1.1).