Definition
AIAG-Standard für Spritzguss- und Formgebungsprozesse in der Automobilindustrie. Definiert Anforderungen an Maschinenfähigkeit, Prozessparameter, Werkzeugmanagement und Teilequalität. Anwendung bei Kunststoff- und Metallformteilen.
In der Praxis
Spritzguss wirkt von außen trivial — Granulat rein, Teil raus — und ist doch ein Spezialprozess mit einem der umfangreichsten CQI-Assessments: Prozesstabellen von Spritzguss über Blasformen, Vakuumformen, Pressen und Transfer bis Extrusion, dazu eigene Tabellen für Anlagentechnik und Teileprüfung. Die Parameterliste ist lang: Nachdruck, Kühlzeit, Werkzeug- und Massetemperatur, Einspritzprofil. In der Praxis sehe ich drei Dauerbaustellen: Werkzeuge laufen ohne Lebensdauerverfolgung und ohne dokumentierten Wartungsstand, Mahlgut wird ohne geregelte Quote und Freigabelogik wieder aufbereitet, und nach Stillständen oder Werkzeugwechseln fehlt die dokumentierte Erstteifreigabe. CQI-23 verlangt das jährliche Assessment mit mindestens einem Job Audit an einem realen Teil — vom Materialeingang bis zur Verpackung. Verzahnen Sie die Parameterfenster mit Control Plan und PFMEA und sichern Sie maßliche Merkmale über Fähigkeitsnachweise ab: Dann wird aus dem Jahresformular ein laufender Regelkreis.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zu CQI-23
Für welche Formgebungsverfahren gilt CQI-23?
CQI-23 deckt die gängigen Kunststoff-Formgebungsverfahren ab: Spritzguss, Blasformen, Vakuumformen, Pressen, Transferformen und Extrusion. Ergänzend gibt es Prozesstabellen für die Anlagentechnik mit Prozessüberwachung und Prüfeinrichtungen sowie für die Teileprüfung. Welche Tabellen anzuwenden sind, ergibt sich aus den tatsächlich betriebenen Verfahren — das wird auf dem Deckblatt des Assessments festgehalten. Nicht betriebene Verfahren bleiben außer Betracht. Das Assessment gilt standortbezogen: Wer an mehreren Standorten formt, bewertet jeden Standort separat. Die Verfahrensabdeckung definiert das AIAG-Referenzdokument CQI-23 (Molding System Assessment).
Was verlangt CQI-23 bei der Durchführung und Dokumentation des Assessments?
Das Assessment ist mindestens jährlich durchzuführen, sofern der Kunde nichts Abweichendes festlegt. Mindestens ein Job Audit an einem realen Fertigteil gehört zu jeder Bewertung — vom Materialeingang über den Prozess bis zur Verpackung. Jede Feststellung mit der Bewertung „Not Satisfactory" ist mit Ursachenanalyse und Maßnahmen binnen 90 Tagen abzustellen; bei „Needs Immediate Action" ist verdächtiges Produkt sofort einzugrenzen. Die Aufzeichnungen über Bewertung und Maßnahmen sind aufzubewahren und dem Kunden auf Anfrage zugänglich zu machen. Die Durchführungs- und Dokumentationsanforderungen definiert das AIAG-Referenzdokument CQI-23 (Molding System Assessment).
Wer darf bei uns das CQI-23-Assessment durchführen?
Der Assessor muss zwei Welten abdecken: Erfahrung als interner QMS-Auditor und nachgewiesene Prozesskenntnis in der Formgebung — CQI-23 fordert dafür mindestens fünf Jahre einschlägige Erfahrung oder eine gleichwertige Kombination aus technischer Ausbildung und Praxis. Dazu kommt Vertrautheit mit den Core Tools: SPC, MSA, FMEA, APQP und Teilefreigabe. In der Praxis bewährt sich ein Tandem aus Qualitätsmanager und erfahrenem Verfahrenstechniker. Was nicht funktioniert: das Assessment an den jüngsten QMB-Anwärter zu delegieren, weil gerade niemand Zeit hat — das sieht man den Antworten an. Die Assessor-Anforderungen definiert das AIAG-Referenzdokument CQI-23 (Molding System Assessment).